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LSC Ringvorlesung | Joanna Moszczyńska (UR) Ryszard Kapuściński und der Fußballkrieg (1969: Honduras und El Salvador)

Wann? Mittwoch, den 27. Mai - 14:15-15:45

Wo? H5 - UR Campus

Dieser Vortrag ist Teil der Ringvorlesung „Sport, Politik, Konflikt“, organisiert vom Leibniz-WissenschaftsCampus „Europa und Amerika“. Jeder Termin steht allen Mitgliedern der UR und des IOS sowie auch der allgemeinen Öffentlichkeit offen. Studierende der UR können sich für die Veranstaltung anmelden und Leistungspunkte erwerben.

Hörsaal H5 befindet sich im unteren Teil des Zentralen Hörsaalgebäude (Nähe Audimax). UR Campus-Plan 


Abstract | Politik, Sport und Konflikt in Lateinamerika sind miteinander eng verwoben, wie der Polnische Reporter, Ryszard Kapuściński, treffend feststellt: “In ganz Lateinamerika erfüllen die Stadien eine doppelte Rolle: In Friedenszeiten werden dort Spiele ausgetragen, in Krisenzeiten verwandeln sie sich in Konzentrationslager” (Kapuscinski 1995: 264). In seiner literarischen Reportage “Der Fußballkrieg”, leistet Kapuściński einen aufschlussreichen Beitrag zum Verständnis des Zusammenlebens in Lateinamerika in der langen Dekade der 1960er Jahre. Mit Fokus auf die Ereignisse am Rande des Kalten Krieges — insbesondere den bewaffneten Konflikt zwischen Honduras und El Salvor im Juli 1969 — vermittelt die Reportage eine subjektive, historisch und kulturell geprägte Erfahrung des Reporters als Augenzeuge, der nach offenbarenden Momenten der Wirklichkeit sucht. Fußball dient ihm dabei als Metapher, als Ausgangspunkt, als Methode, und mitunter auch als Symptom der politisch-historischen Kausalität. Der Vortrag bietet eine Analyse der semantischen und formalen Verfahren, anhand deren der Text von Kapuściński seine politische Bedeutung erfahrbar macht.

Joanna Moszczyńska schloss sich der UR im Oktober 2020 als Postdoc am CITAS an. Seit Oktober 2022 leitet sie das DFG-Projekt „Literarischer Journalismus im Kalten Krieg: Affektive Strukturen der Solidarität in Denkbildern zwischen Ryszard Kapuściński und Gabriel García Márquez“ im Rahmen einer Walter Benjamin-Stelle—zunächst am Institut für Romanistik und seit ihrer Rückkehr aus der Elternzeit im Oktober 2024 am DIMAS an der Professur von Prof. Dr. Anne Brüske „Räumliche Dimensionen kultureller Prozesse“. Ihre theoretischen Schwerpunkte liegen in der dekolonialen Kritik und der postkolonialen Theorie, der Gattungstheorie, insb. Autofiktion und crónica latinoamericana, den Memory und Gender Studies sowie den TransArea Studies. Ihre Forschungsinteressen umfassen Erinnerungskulturen Lateinamerikas, Holocaust in lateinamerikanischen Literaturen, Literatur Brasiliens im 20. und 21. Jh., kulturelle und intellektuelle Verflechtungen zwischen Lateinamerika und Osteuropa sowie den literarischen Journalismus in

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